Wenn der Supermarkt zum Biotop wird: Wie RATISBONA und Hula Earth die Natur in den Handel zurückholen
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Veröffentlicht am 25.06.2026
Lesezeit: 5 Minuten

Wenn der Supermarkt zum Biotop wird: Wie RATISBONA und Hula Earth die Natur in den Handel zurückholen

Rund 15 Milliarden Mal im Jahr besuchen Menschen in Deutschland einen Supermarkt. Bisher bedeutete das meist: massiver Rohstoffverbrauch, Betonwüsten und komplett versiegelte Böden.

Dass es anders geht, beweist ein revolutionäres Projekt im bayerischen Haimhausen. Hier entsteht der LOOP Markt Haimhausen, entwickelt von RATISBONA Handelsimmobilien und betrieben von EDEKA Südbayern sowie der Backstube Wünsche. Als erster Supermarkt Europas wird er konsequent nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip gebaut. Das bedeutet: Alle Bauteile sind kreislauffähig und lassen sich später sortenrein trennen und wiederverwenden.

Das eigentliche Highlight wartet jedoch vor der Tür und auf dem Dach. Dieses Projekt bricht mit der Regel, dass Immobilien der Natur immer nur Raum wegnehmen.

0,05 %: Die Rettung eines verschwundenen Lebensraums

Die klassische Begrünung von Gewerbeimmobilien ist oft ökologisch wertlos. Der LOOP Markt dreht den Ansatz um: Nach dem Bau sollen auf dem Gelände mehr Tier- und Pflanzenarten leben als vorher.

Das ist eine echte Herausforderung im Landkreis Dachau, wo durch intensive Landnutzung nur noch 0,05 % der ursprünglichen Heide- und Trockenrasenflächen existieren. Um diesen Lebensraum zurückzuholen, wurde der nährstoffreiche Oberboden abgetragen und durch mageres Substrat ersetzt. Zusammen mit lokalem Saatgut, Sandinseln, einer Eidechsenburg und Totholzhecken entsteht ein lebendiges Biotop. Ein 1.300 m² großes Extensivdach wirkt zusätzlich als Artenreservoir und trägt Samen aktiv in die Umgebung aus.

Nachweisbar, nicht behauptet: Die qualitative Ökonomie

RATISBONA verfolgt das Prinzip der qualitativen Ökonomie: Gebäude müssen einen messbaren ökologischen Wert schaffen. Während ein digitaler Gebäudepass die Kreislauffähigkeit der Baumaterialien dokumentiert, braucht es für die Natur ebenfalls einen unumstößlichen Beweis.

Genau hier kommt Hula Earth ins Spiel.

Die Rettung der Artenvielfalt funktioniert nur, wenn man versteht, ob die Maßnahmen greifen. Landschaftsarchitekten kartieren die Tier- und Pflanzenwelt vor Ort traditionell im Feld, was eine unersetzliche Basisarbeit ist. Hula Earth ergänzt dieses Monitoring technologisch: Intelligente, KI-gestützte BioT-Sensoren überwachen das Gelände rund um die Uhr. Die solarbetriebenen Geräte analysieren die akustischen und mikroklimatischen Signale direkt vor Ort.

  • Welche Arten nutzen die Habitate tatsächlich?
  • Wie entwickelt sich die biologische Aktivität über die Jahreszeiten?
  • Siedeln sich die Zielarten des Trockenrasens erfolgreich an?

Die KI wertet jedes Signal automatisch aus. Das System liefert eine kontinuierliche, wissenschaftlich belastbare Datenbasis und funktioniert wie ein digitaler Biologe, der die Fläche niemals verlässt.

Der Supermarkt als biologisches Trittsteinbiotop

Der LOOP Markt bietet Nahrung, Nistplätze und Schutz in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft. Durch die Zusammenarbeit mit Hula Earth wird dieser Erfolg messbar und reproduzierbar.

Die gesammelten Daten liefern das Fundament, um diesen Ansatz auf viele weitere Standorte zu übertragen. Wenn Supermärkte diesem Vorbild folgen, entsteht schrittweise ein Netzwerk aus funktionalen Lebensräumen mitten in unseren Gewerbegebieten. Der Wandel von einer Absichtserklärung hin zu einem datenbasierten, überprüfbaren KPI zeigt, wie der Handel der Zukunft aussieht.

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