Foto: Andreas Heddergott | CTO David Schmider installiert einen Sensor am Perlacher Forst.
Update: Die Partnerschaft mit der Landeshauptstadt München erreicht neue Höhen!
München, Deutschland - Was im September mit drei Geräten im Magdalenenpark begann, hat sich zu einem echten kleinen Monitoringnetz entwickelt. Heute freuen wir uns berichten zu können, dass alle 13 Sensoren, die im Rahmen der Innovation Challenge "Munich Urban Jungle: Digitising Biodiversity!" vereinbart wurden, installiert sind und fleißig Daten sammeln. Das ist ein Meilenstein - und der perfekte Zeitpunkt für ein ausführliches Update.
Wo wir gestartet sind
Im September haben wir die ersten drei Geräte im Magdalenenpark installiert - einer grünen Oase im Stadtbild. Der ökologisch wertvolle Magdalenenpark in Pasing ist ein ehemaliger Klostergarten und wurde im November 2024 vom Naturschutzverband Bund Naturschutz eröffnet.
Über diese erste Installation haben wir in unserem YouTube-Video berichtet, aber auch die Süddeutsche Zeitung und die Rathaus Umschau haben das Thema aufgegriffen - ein eindrucksvoller Beleg für das große öffentliche Interesse. Schon die ersten Wochen im Feld lieferten spannende Einblicke in die Biodiversität dieses urbanen Hotspots. Auf diesem Erfolg aufbauend wurden in den vergangenen Monaten 10 weitere Sensoren an strategisch ausgewählten Orten in München in Betrieb genommen.
Ausweitung auf urbane Räume
Einige der neuen Geräte wurden im Südosten Münchens installiert - mitten im städtischen Alltag, direkt neben stark befahrenen Straßen und Tramtrassen. Das ist kein Zufall: Hier soll gezielt untersucht werden, wie sich Vögel in stark versiegelten, lärmintensiven Umgebungen verhalten - und was das im Vergleich zu grünen Rückzugsorten wie dem Magdalenenpark bedeutet.
Die letzten Geräte auf dem Westfriedhof
Nach einer kurzen Weihnachtspause ging das Projekt mit Tempo weiter. Vor zwei Wochen wurden die letzten Sensoren auf dem Westfriedhof installiert - ein Ort mit eigenständigem ökologischen Profil, geprägt von alten Bäumen, benachbarten Kleingartenanlagen und einer ruhigen Umgebung.
Das Hula-Earth-Team war am Installationstag in bester Begleitung: Zwei Mitarbeitende des Referats für Klima- und Umweltschutz der Stadt München haben die Installation persönlich begleitet. Auch ein PR-Mitarbeiter der Stadt war vor Ort, um den Moment fotografisch festzuhalten. Genau diese gemeinsame, zielorientierte Zusammenarbeit macht das Projekt für uns so besonders.
Was die Daten bisher zeigen
Jetzt, da das gesamte Netzwerk aktiv ist, zeichnen die Daten zunehmend ein klares Bild. Bereits mehr als 50 Vogelarten lassen sich auf unserer Plattform nachverfolgen - obwohl der betrachtete Zeitraum von September bis Februar ornithologisch eher eine artenärmere Phase ist.
Erste Muster werden ebenfalls sichtbar: Erwartungsgemäß gibt es klare Unterschiede zwischen dicht bebauten Messstandorten in der Innenstadt und Biodiversitäts-Hotspots wie Magdalenenpark oder Westfriedhof. Gleichzeitig gibt es auch Überraschungen, die zeigen, wie widerstandsfähig Natur selbst in der Stadt sein kann.
Warum das Projekt wichtig ist
Das Ziel der Innovation Challenge geht über reine Datensammlung hinaus: Es geht darum zu prüfen, in welchem Umfang moderne Technologie die Arbeit des Referats für Klima- und Umweltschutz strukturell unterstützen kann. Klassische Kartierungen sind wertvoll, aber arbeitsintensiv, schwer skalierbar und zeitlich begrenzt. KI-gestützte akustische Sensortechnologie, die rund um die Uhr, ganzjährig und ohne menschliches Eingreifen arbeitet, kann die Datengrundlage für Naturschutzentscheidungen auf ein neues Niveau heben. Nicht als Ersatz menschlicher Expertise, sondern als kraftvolles Werkzeug, das sie ergänzt und stärkt.
Wie es weitergeht
Mit dem Abschluss der Installationsphase beginnt nun inhaltlich vielleicht die spannendste Etappe des Projekts:
Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse aus der Auswertung der Citizen-Science-Datenbank in die Datenbank der Landeshauptstadt überführt. So entsteht ein kombinierter Datenschatz - automatisierte Primärdaten aus dem Hula-Netzwerk, angereichert mit jahrelangen Beobachtungsdaten aus der Community.
Den Höhepunkt bildet die gemeinsame Auswertung im Sommer 2026, wenn unsere automatisierten Monitoringdaten direkt mit parallel durchgeführten klassischen Kartierungen verglichen werden. Wir sind sehr gespannt, welche Erkenntnisse dieser Vergleich bringt.
Bis dahin möchten wir dem gesamten Team des Referats für Klima- und Umweltschutz für die hervorragende, unkomplizierte und stets motivierte Zusammenarbeit herzlich danken. Ebenso danken wir dem Team der Münchner Innovation Challenge für die kontinuierliche Unterstützung.
Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Technologie und Verwaltung wirklich an einem Strang ziehen. Wir freuen uns sehr auf die kommenden Monate!