Brutvogelkartierung in Solarparks: Wie kann innovative, KI-gestützte Technologie Artenschutzprüfungen vereinfachen?
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Veröffentlicht am 25.05.2025
Lesezeit: 5 Minuten

Brutvogelkartierung in Solarparks: Wie kann innovative, KI-gestützte Technologie Artenschutzprüfungen vereinfachen?

Die Energiewende schreitet rasant voran. Allein in Deutschland sollen laut novelliertem Erneuerbare-Energien-Gesetz (2023) bis 2030 jährlich rund 22 Gigawatt neue Photovoltaikleistung installiert werden - dafür werden mehr als 20.000 Hektar Fläche benötigt. Großflächige Freiflächen-PV-Anlagen spielen daher eine zentrale Rolle für eine nachhaltigere Energieversorgung. Bei geeigneter Standortwahl, Planung und Pflege können Solarparks gleichzeitig erheblich zum Biodiversitätsschutz beitragen - damit Klima- und Naturschutz Hand in Hand gehen.

Warum Artenschutzprüfungen bei Solarparks erforderlich sind

Der Bau neuer Solarparks führt zu deutlichen Veränderungen in der Landschaft und wirkt sich damit direkt auf die Biodiversität aus. Das Bundesnaturschutzgesetz (§§13-15 BNatSchG) verlangt für jeden Eingriff eine Umweltprüfung sowie eine naturschutzfachliche Bewertung. Besonderes Augenmerk gilt bedrohten Bodenbrütern wie Feldlerche oder Kiebitz, die auf offene und strukturreiche Lebensräume angewiesen sind. Ist das Vorkommen geschützter oder besonders sensibler Vogelarten im oder nahe dem geplanten Solarpark wahrscheinlich, ist in der Regel eine Brutvogelkartierung erforderlich. Sie ist Teil der artenschutzrechtlichen Prüfung und dient dazu, Verstöße gegen das BNatSchG zu vermeiden sowie nötige Vermeidungs-, Minderungs- oder Ausgleichsmaßnahmen zu planen.

Klassische Brutvogelkartierung führt oft zu Engpässen

Konventionelle Artenschutzprüfungen, insbesondere Brutvogelkartierungen, erfolgen meist durch manuelle Begehungen im Feld. Fachgutachterinnen und Fachgutachter führen während der Brutzeit mehrere visuelle und akustische Beobachtungen durch und dokumentieren die Ergebnisse in einem Abschlussbericht. Ziel ist die Erfassung aller Brutvogelarten und ihrer Reviere. Diese Methode ist in der Zusammenarbeit mit Behörden etabliert, bringt aber mehrere Herausforderungen mit sich:

  • 💰 Hoher Zeit- und Kostenaufwand: Viele Stunden manueller Feldarbeit über mehrere Begehungen.
  • 🔎 Subjektive Bewertung: Ergebnisse hängen stark von Erfahrung und punktuellen Sichtungen ab.
  • 🦥 Geringe Skalierbarkeit: Große Solarparks oder mehrere Standorte sind schwer parallel zu betreuen; Fachkräftemangel verzögert zusätzlich Projekte.
  • ⚠️ Störungsrisiko: Häufige Vor-Ort-Präsenz kann empfindliche Arten beeinträchtigen.

Wie automatisiertes Biodiversitätsmonitoring den Prozess vereinfacht

Technologische Innovationen können die Grenzen klassischer Kartierungen überwinden. Moderne IoT-Geräte erfassen im Solarpark ganzjährig und kontinuierlich Tierlaute. Diese Audiodaten werden automatisch per künstlicher Intelligenz analysiert, um Vogelarten verlässlich zu identifizieren. Eine rasterförmige Platzierung der Sensoren ermöglicht zudem eine präzise Revierkartierung und die Lokalisierung von Brutplätzen. Gegenüber traditionellen Methoden bietet automatisiertes Monitoring zahlreiche Vorteile:

  • 💸 Weniger Aufwand und Kosten: Teure Begehungen und Gutachtertermine werden reduziert.
  • 🛰️ Objektive Bewertung: Hohe Vergleichbarkeit durch standardisierte Technik und große Datenmengen; konsistente Erfassung über Tages- und Jahresverlauf.
  • 📈 Hohe Skalierbarkeit: Daten stehen als interaktive Karten und Berichte bereit - aktuell und nachvollziehbar.
  • Minimale Eingriffe: Nach der Installation sind keine weiteren Vor-Ort-Einsätze nötig; die Sensoren sind solarbetrieben und senden Daten automatisch über Mobilfunk.

Bioakustische Technologie ist bereits im Einsatz

Im Frühjahr 2025 haben wir bei Hula Earth gemeinsam mit der Enerparc AG ein Pilotprojekt zur automatisierten Brutvogelkartierung im Solarpark Lauterbach in Hessen gestartet. Auf der 55-MWp-Freiflächenanlage von Enerparc wurden 19 BioT-Sensoren von Hula Earth installiert, um ein umfassendes akustisches Biodiversitätsmonitoring durchzuführen. Ziel des Projekts ist es, vorkommende Arten, Brutbestände und Aktivitäts-Hotspots zu identifizieren. Die Ergebnisse ermöglichen es Enerparc, Echtzeitdaten aktiv in die Pflege des Solarparks und die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden einzubinden. Die Kombination aus Bioakustik und künstlicher Intelligenz hat großes Potenzial, Brutvogelkartierungen in Zukunft kostengünstiger, vergleichbarer, skalierbarer und umweltfreundlicher zu machen. Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie automatisiertes Biodiversitätsmonitoring Ihre Projekte vereinfachen kann?

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